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Schwimmseminar mit Videoanalyse, oder kleine Sünden…

… oder auch: „kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“

Den Spruch: „kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“ kennen bestimmt viele nur zu gut aus Ihrer eigenen Kindheit. Unfug gemacht, nicht gehört oder etwas kleines angestellt, wohlwissend dass Mama oder Papa das nicht passt und schwupps ist man hingefallen oder hat sich den Finger eingezwickt – und schon hat man den Satz zu hören bekommen.
Ich habe diesen Satz gehasst und sage ihn doch manchmal mit einem gewissen Grinsen selbst. Und jetzt? Jetzt hat es mich wieder einmal erwischt….

Am Freitag klingelt das Telefon, meine Frau erzählt mir voller Begeisterung, dass ich doch mit dem Mann einer Freundin zu dem Schwimmseminar am Samstag gehen könnte wenn ich Lust hätte und außerdem und überhaupt können wir ja dann auch nächsten Samstag Skifahren gehen weil es soll ja zwischendurch schneien! Mist – die Ausrede: Schatz wir wollten doch Skifahren kann ich nicht bringen… Hilfe – ich bin doch eine Bleiente und schwimme hundsmiserabel!

Was hat jetzt der Absatz mit dem darüber zu tun? Nun, ganz einfach. Vor kurzem habe ich im Blog von @thorstenfirlus etwas über seine Schwimmstilanalyse gelesen und >>zugegeben<< etwas in mich hineingegrinst und mir gedacht: „Warum macht man auch sowas“…. kleine Sünden sag ich da nur….. Also gut, ich gehe da hin, ich freue mich auch ein bisschen, weil das was ich schwimmen nenne, nennen (gute) Schwimmer: Treiben 🙂

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Triathlon Ingolstadt – der Weg nach Roth scheint zu passen

Am Samstag haben Veit und ich entspant die Startunterlagen geholt, die Bikes eingecheckt und sind danach noch eine Runde um den See gefedert um ein Gefühl für die Laufstrecke zu bekommen. Erstes Fazit: schöner Baggersee, flache, schnelle Laufstrecke und die Wassertemperatur wurde mit 19,1 Grad angegeben.

Sonntag, 5:30 klingelt der Wecker – aufstehen, frühstücken und ab nach Ingolstadt.
In Ingolstadt angekommen noch schnell die Wechelzone fertig einrichten und ein wenig warten auf den Start. Um 09:20 war Wettkampfbesprechung, die üblich Regelkunde, nichts überraschendes bis auf den Moment als der Wettkampfleiter die Bühne betritt: „Das Wasser hat eine Temperatur von 17,1° Grad – ein Raunen geht durch die anwesenden Starter. Der nächste Knaller folgt dann auch sofort: „Auf der Radstrecke sind die ersten 2 Kilometer absolutes Überholverbot es ist sehr eng und sehr gefährlich“. Ein kleiner Exkurs in meine Gedankengänge in diesem Moment: „Prima, für die schnellen Schwimmer ist dann alles in Ordnung, für mich wird das mit Tempo 25km/h auf die ersten beiden Kilometer ordentlich ärgerlich“. Aber gut, nicht nachdenken, einschwimmen gehen. Der neue Neo den ich mir am Freitag noch besorgen musste, weil mein alter Aufgrund von Materialverschleiß das zeitliche gesegnet hat ist gut! Es läuft kaum Wasser hinein und fühlt sich deutlich wärmer an.

Schwimmstart: WZ
Punkt 10:25 gehts ins Wasser – ganz rechts hinten habe ich mich beim Landstart angestellt, wohlwissend, dass ich ansonsten einen Tauchkurs machen würde. Im Zick – Zack geht es durch den Ingolstädter Baggersee, ich versuche mir immer wieder die Erklärung von der Wettkampfbesprechung ins Gedächtnis zu rufen: Die Pyramiden links und die Quadrate rechts liegen lassen. Scheint zu funktionieren, ich paddle wie immer im letzten Viertel des Schwimmfeldes vor mich hin, bei Kilometer 1,5km gibt es plötzlich Gegenverkehr – kein Wunder bei der Schwimmstrecke – aber keine ernsten Berührungen. Schwimmausstieg nach 00:45:34 (geplant: 00:46:40) erreicht, ja – das

T1
Durch T1 in 00:04:29 gurchgewurschtelt, nicht zufriedenstellend, wie immer war ich zu blöd mein Oberteil zügig anzuziehen, aber was solls, die geplanten 00:04:00 waren eigentlich auch auf einen etwas kürzeren Weg zur Wechselzone geplant.

Bike:
Nachdem die Radstrecke (fast) topfeben ist, bin ich nach 02:15:04 (34,02km/h) wieder vom Rad gestiegen, geplant waren 2:29:01 (31,0km/h). Die ersten beiden Kilometer waren wie zu erwarten ein Drama, Überholverbot auf 2 Kilometern und vor mir ein Radler, der bei 25km/h noch gemütlich Brotzeit gemacht hat. Als endlich die Hütchen weg waren konnte ich beschleunigen und etwas drücken, kurz vor dem „Wendepunkt“ dann ein etwas komisches Erlebnis, an einer Kreuzung standen 2 Polizisten, und das war es dann auch schon. Ich habe gerade noch 2 überholt und bin munter weiter gefahren, bis der auf gleicher Höhe der Polizist mich anschrieh: „Hey LINKS RUNTER KANNST DU NICHT LESEN!“, bremsen, umdrehen und zurück auf die Radstrecke…. Leicht verwirrt habe ich mir vorgenommen, bei der nächsten Radrunde das Schild zu suchen. Es ging Richtung Verpfegungsstelle, und tatsächlich dem einzigen „Anstieg“ der den Namen verdient hatte. Ein Gel, eine neue Flasche und weiter gings. Eine tolle Abfahrt durch eine Ortschaft, die dummerweise einige nötigte zu viel zu bremsen und die linke Spur bei der Gelegenheit zu blockieren, aber ok – lieber ein bisschen feig als einen Sturz riskieren. Auf dem Rückflug zum nächsten Wendepunkt habe ich mich dann etwas gewundert: Rudelbildung auf der Geraden, teilweise 10 – 15 Fahrer auf wenigen Metern, keine Überholvorgänge zu sehen, dafür schön Windschattenpressen – nicht ganz im Sinne des Erfinders. Aber was solls, geht mich ja nichts an. Wendepunkt am „Krankenhauskreisverkehr“ und wieder zurück in Aeroposition. Bei Kilometer 40 habe ich dann auf meinen Tacho geschaut und verwundert festgestellt, dass ich aktuell mit einem Schnitt von 34,1km/h unterwegs war. Für meinen Paceplan viel zu schnell und in Gedanken habe ich die bekannte Weisheit: „Alle 5 Minuten die Du auf dem Rad zu schnell unterwegs bist, bekommst Du beim Laufen doppelt zurück“ gedacht. Kurz innehalten, in den Körper gehört und der signalisierte: „Weiter – alles im grünen Bereich“. Na dann munter weiter treten. Beim zweiten Mal habe ich dann ein kleines Schild gesehen, das am Wendepunkt die Linkskurve angezeigt hat. Nun ja – wenn da noch ein Helfer stehen würde, wäre es einfacher. Zurück zum Baggersee, läuft, läuft immer noch und läuft gut. 2 Kilometer vor T2 habe ich dann etwas Tempo rausgenommen und mich aufgerichtet, ja der Körper macht heute alles fast schon überdurchschnittlich gut für meine Verhältnisse.

T2
Rad aufhängen, Helm ab, Schuhe wechseln und die Mütze auf den Kopf, am Dixie vor dem Ausgang bremsen und wie sollte es anders sein, meine fast schon obligatorische Sitzung halten, nach 00:02:56 war ich dann trotz Boxenstopp aus T2 draussen, geplant waren 00:03:00 – in weiser Voraussicht.

Run:
Auf der Laufstrecke angekommen war ich überrascht, das Schild Kilometer 1 nach 5:05 passiert und es ging mir phantastisch, ich habe dann entschieden jetzt einfach mal die Uhr, Uhr sein zu lassen und zu schauen was passiert. Passiert ist dann, dass Per Bittner an mir vorbeigeflogen ist, ich hatte das Gefühl den Rückwärtsgang eingelegt zu haben. Bei Kilometer 5 ein Blick auf die Uhr:
Engel links „Du bist viel zu schnell, bremse Dich ein, nicht dass Du es büssen musst“
Teufel rechts: „Läuft, lauf weiter Du Pfeifer, alles oder nichts“
Habe auf den Teufel gehört und bin einfach mal weiter gelaufen, bei Kilometer 10 der Blick auf die Uhr und ein kurzes rechnen: Durchgangszeit 51:06 – unter 5 Stunden kannst Du finishen, wenn Du jetzt konstant weiterläufst. Bei Kilometer 16 habe ich dann festgesellt, dass ich schneller geworden bin, und zwar deutlich, ich war eindeutig auf persönlicher Bestzeitkurs auf einem Halbmarathon!
Engel links: „Nimm Tempo raus, Du kommst unter 5 Stunden an, alles ist gut, Du sollst nicht einbrechen auf den letzten 5 Kilometern“
Teufel rechts: „Hahaha, los lauf schneller, wir pulverisieren Deine bisherige persönliche Bestzeit beim Halbmarathon“
Ja, mein Freund der Teufel…. Ich habe nochmals das Tempo forcieren können und bin bei Kilometer 18 mit der Gewissheit durchgescheppert, dass es eine neue PB wird. Ab dem Moment habe ich nur noch eine Unterhaltung mit meinem Teufel auf der rechten Schulter geführt in der es darum ging wie schnell es noch geht und es ging richtig schnell (für meine Verhältnisse, die guten Läufer unter Euch lachen wahrscheinlich bereits lange und herzlich).

Zieleinlauf, Uhr stoppen und: 1:43:30 (4:55m/km) statt der geplanten 1:54:17 (5:25m/km) ich lächle, zufrieden, sehr zufrieden, wenn ich bedenke wie schlecht mein Training im Winter lief und wie oft ich mit mir gehadert habe ob die Challenge Roth dieses Jahr überhaupt sinnvoll ist muss ich jetzt sagen: Alles im Plan, ich bin zufrieden.

Startnummer_MedallieAm Abend habe ich dann meine PB auf den Halbmarathon, die aus 2012 von der Challenge Kraichgau stammt betrachtet: 1:51:55 (5:18m/km) nun gut, man kann die Strecken von Kraichgau und Ingolstadt nicht vergleichen, während es in Kraichgau eine Höhenmeterschlacht ist, läuft man in Ingolstadt 4 Runden mit 9 Höhenmetern pro Runde, also wieder topfeben dahin, aber was solls, ich bin hellauf begeistert! Dummerweise verschiebt das jetzt den Anspruch an mich selbst beim Münchener Stadtlauf, da wollte ich ursprünglich eine 1:44:59 auf den Halbmarathon laufen, was PB bedeutet hätte. Hätte, hätte – Fahrradkette, kurze Unterhaltung mit Veit und die Entscheidung: Dann laufen wir halt 1:39:59 beim Stadtlauf, kann ja so schwer nicht sein…..
Engel links: „Da hast Du den Mund aber wieder ordentlich voll genommen, warum bestätigen wir nicht einfach die 1:43:30 und sind zufrieden?“
Teufel rechts: „So ists recht, immer schön drauf, ich will Dich leiden sehen“