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Sightrun in der Heimatstadt

Nachdem es momentan für mich in der Arbeit sehr ruhig ist habe ich beschlossen mit der S-Bahn zur Arbeit zu fahren und Mittags einen Sightrun durch meine Heimatstadt nach Hause zu machen. Die Strecke laufe ich normalerweise anders, man will ja keine Ampeln im Weg haben. Aber heute war der Plan ein anderer.

1_Großmarkt.jpgVom Münchener Großmarkt, ging es hinüber zum Schlachthof, an sich nichts2_Schlachthof.jpg large besonderes – aber das Wirtshaus im Schlachthof in dem früher Otti’s Schlachthof gedreht und ist eine kleine Institution für Kaberett und Musik in München geworden.

3_Bavaria.jpgVon dort weiter auf die Theresienwiese, mitten in München mit unserer Bavaria, die sich jedes Jahr zum Oktoberfest wohl über die Faschings – Bajuwaren in 4_Verkehrszentrum.jpgIhren Verkleidungen wundert und über unsere schöne Wiesn wacht. Direkt hinter der Bavaria in den „Resten“ der alten Messe München indet man dann das Verkehrszentrum des Deutschen Museums, immer einen Besuch wert, aber vielleicht nicht in Laufklamotten. Sightrun in der Heimatstadt weiterlesen

Stadtlauf München

 Kurz vor der Challenge Roth also noch ein Halbmarathon, einfach so, am Ende der zweiten Belastungswoche…. und danach noch auslaufen? Nun bekloppt, aber es hilft halt nichts.

Startpack_StadtlaufAm Donnerstag habe ich die Startunterlagen im Sport Scheck in München abgeholt, ein interessantes Unterfangen: Rein in den Sport Scheck, der lustige Kamerad im Sport Scheck Shirt am Eingang hat mich angeglotzt als wäre ich ein Außerirdischer, zugegeben, ein altes Baumwoll – Finisher Shirt vom 3MUC Triathlon, eine kurze Cargo – Hose und Helm auf dem Kopf und ein Rucksack wirken in der Münchener Innenstadt etwas befremdlich. Rauf in den zweiten Stock, zur Startnummernausgabe, im Rucksack nach der Meldebestätigung kramen und abgeben. Die Dame tippt etwas ein, lächelt, drückt mir einen kleinen Zettel mit „M L“ in die Hand und sagt: „eigener Chip?“ – Ja, eigener Chip stimmt. „Gut, dann rüber zur Shirt – Ausgabe, alles ok“. Ein paar Meter weiter stehen gelangweilte Mädels und Jungs an der Shirt – Ausgabe. 2 der Damen unterhalten sich angestrengt, eine davon nimmt dann meinen Zettel und wirft ihn in eine Box und unterhält sich weiter. Ein junger Mann kommt auf mich zu mit Shirt in der Hand und sagt: „Zettel?“ – „Den habe ich gerade der Dame da in die Hand gedrückt“ – Leicht genervt peilt er die beiden Quasselstrippen an und meldet „Größe?!“ – „L“ „Aha“ dann packt er das Shirt in einen Beutel und wünscht mir viel Spaß. Nachdem er so nett die Augen verdreht hat würde ich vermuten, dass die ihn die beiden, wenn auch wirklich nett anzusehenden Quasselstrippen etwas genervt haben (mich auch) – noch ein bisschen durch den Sport Scheck schlendern und für mich völlig untypisch kein Geld in einem Sportladen lassend bin ich dann zum Ausgang geschlendert, dort war dann der Türsteher wieder zu sehen, lässig ist er auf und ab gegangen und hat mit dem Oberkörper coole Kampfsportmoves gemacht. Als sich unsere Blicke kreuzten hat er den absoluten Gangsterblick mit nach vorne kippenden Schultern und angedeutetem rechten Puch vorgeführt. Ich habe das mit einem freundlichen Lächeln und kopfschütteln beantwortet und habe ich Richtung meines Rades bewegt.

Die Woche war eigentlich relativ kernig, Montag schwimmen, Mittwoch 60km mit Veit auf dem Rennrad, Donnerstag 43km schreckliches MTB Gebolze, Freitag 40km GA1 Radtraining, Samstag 60km auf dem Rennrad und 1,5 Kilometer im Karlsfelder See und Sonntag nun ja, der Stadtlauf mit anschließendem Auslauf.

Nach dem Triathlon in Ingolstadt war die Ansage von 1:39:xx gekommen und ich bis Freitag auch noch überzeugt, dass es klappt. Am Freitag bin ich dann allerdings auf dem spontanen Straßenfest etwas zu spät und nun ja – wohl auch mit dem ein oder anderen Whisky zu viel ins Bett gegangen :-/ Vorbei war es mit eiserner Disziplin und Selbstkontrolle….Am Samstag lief das Training dann zwar ganz gut, aber gespürt habe ich es deutlich.

Sonntag, 5:00 Uhr aufstehen, frühstücken, Mülltüte aufschneiden, anziehen und ab zur S-Bahn. Dank der Stammstrecken Sperrung bin ich dann vom Hauptbahnhof zum Marienplatz gelaufen – vorbei an einer Diskothek vor der die Raucher und Säufer standen und zu deren Erheiterung ich in meinem Aufzug sorgte, mitlaufen wollte komischerweise keiner.

Auf dem Weg zum Startblock dann noch Veit und Arik am Treffpunkt getroffen, der obligatorischer Dixiestopp geriet zum Drama, 20 Dixies und nur EINES offen alle anderen waren abgesperrt. Nach dem Dixiestopp haben wir dann den @timekiller am „alten Peter“ getroffen und auf @Laufblog gewartet – aber uns leider verpasst haben.

Kilometer Splits beim Stadtlauf München
Kilometer Splits beim Stadtlauf München

Eingereiht in Block 2 – 1:30 bis 1:45 Läufer warten wir darauf, dass die erste Gruppe – in der wieder einmal viele langsamere oder sich komplett überschätzende Läufer starten, kurz darauf starten wir auch. Die Jagd nach den „Falscheinreihen“ und meiner Traumzeit von 1:39:xx ist eröffnet.
Der Regen der eigentlich erst ab Mittag kommen sollte pritschelt seit 10 Minuten vor dem Start unaufhaltsam auf ein und wird dummerweise kurz nach dem Hofgarten immer schlimmer. Die sandigen Fußwege im Englischen Garten werden etwas seifig und der Grip lässt nach, ab Kilometer 5 bilden sich bereits schöne Pfützen. Ab Kilometer 6 passiert das was passieren musste: Ich laufe auf Läufer die sich im „nicht zu ihrer erwarteten Zielzeit passenden Startblock“ auf, soweit noch nicht schlimm, sind ja nicht viele. Durchgangszeit bei Kilometer 10: 00:47:37 (04:46 min/km) etwas zu langsam für die 1:39:xx aber bei einem negativen Split noch machbar, ich versuche etwas zu beschleunigen, bei Halbzeit habe ich 00:50:12 auf der Uhr, muss also 25 Sekunden reinlaufen, kurze Diskussion mit meinen beiden „Schultersitzern“:
Teufel links: „Harharhar, lauf einfach schneller Du Pfeife“
Engel rechts: „Tempo halten, es regnet, nur nichts riskieren, ein PB laufen wir auf jeden Fall“
Das geht dann so bis irgendwo in der Mitte von Kilometer 13 – jetzt rächt sich der vorher etwas unglückliche Dixiestopp – Büsche, Büsche, Büsche – schnell und ab ins Gebüsch.
Der Kilometer 13 spricht dann für sich 05:27min/km alles beim Teufel…
Teufel links: „Weichei, lauf schneller, Du Pfeife! Das wird gefälligst aufgeholt!“
Engel rechts: „Ruhig Blut, eine PB schaffen wir schon, nur nichts überstürzen“
Kilometer 14 läuft gut mit 04:03min/km, nur warum habe ich eigentlich kein Gel genommen? Ich bin ja leider doch einer der Läufer der auch bei einem Halbmarathon Energie zuführen muss sonst wird es immer schlechter…. Verpflegungsstation bei Kilometer 16, Wasser, Apfelsaftschorle, Apfelstückchen und Bananen, na Danke auch…. Bei Kilometer 17 greife ich beherzt zu den Gel – Gummi – Cola Shots von PowerBar, in dem Moment die beste Entscheidung, es läuft wieder etwas runder.
Inzwischen bin ich durch unzählige Pfützen, teilweise knöcheltief gestapft, die Schuhe schwimmen, der Wind kommt von vorne und er Regen? Na klar, der hat noch nicht aufgehört. Durch den Hofgarten, auf die Straße, etwas mehr Zuschauer, die letzten Meter laufen, Ziel – Veit erwartet mich bereits.
Blick auf die Uhr: 1:40:47, war wohl nichts, offiziell wird hinterher 1:40:44 stehen, ich hadere etwas mit mir – eine kleine Niederlage war das dann schon. Im Ziel dann schnell ein vom Veranstalter zur Verfügung gestellter Regenumhang drüber, dann erfrieren wenigstens nicht ganz. Trinken, 2 Bananen und ab zum Stachus, mit der S-Bahn bis nach Pasing, etwas aufwärmen…. Von Pasing bin ich dann noch ein Stückchen mit dem Bus gefahren und im Anschluss noch 5 Kilometer nach Hause gelaufen, aus den erwarteten 30 Kilometer wurden nur 26 und dann eine ausgiebige heiße Dusche.

Inzwischen habe ich mich mit den 1:40:44 angefreundet, mal schauen was nächstes Jahr so kommt, dieses Jahr laufe ich noch einen Halbmarathon – am Ende des Ironman70.3 in Zell am See und da werde ich mit Sicherheit keine neue PB über den Halbmarathon laufen können 🙂

 

 

Ein Lauf an der Isarmündung

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Eine Hochzeit in Niederbayern, ein Garmin eTrex30 und gpsies.com – eine Kombination die für mich einen tollen Lauf im Isarmündungsgebiet möglich gemacht hat. Um 6:30 klingelt der Wecker, ich ziehe mich an, lasse den Satelliten suchen, wähle meinen Mooser Isarlauf aus und ab geht die Post, einen knappen Kilometer durch den Ort und ab über Felder, Wiesen, Isarufer und Isardamm zum „sterbenden Ort“ Isarmünd. Der Hochwasser geschädigte Ort wird komplett aufgelöst, unwirtlich und unwirklich wirkt der Ort, Häuser ohne Dächer, alles verlassen. Kurz innehalten und weiter gehts, Feldwege, Wiesen überall Naturschutzgebiet, Vogelgezwitscher, Rehe und Fasane immer wieder im Blickfeld. Ohne Navigation hätte ich hier nicht hin, geschweige denn wieder hinaus gefunden.
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Am Rückweg begegnet mir dann endlich der dritte Mensch des Tages und das bei Kilometer 17…. Plötzlich spuckt mich der Wald wieder aus, direkt am Ortseingang – solche Läufe gibt es viel zu selten wenn man in der Stadt wohnt. Rein ins Dorf, eine ältere Frau auf dem Fahrrad wirkt völlig überfordert als ich sie überhole. Der Wirt des Gasthofes sieht mich anscheppern und meldet verwundert: „Ia Stodara werds so a so a komisch Voik sei“ (Ihr Stadtmenschen seid ein komisches Volk). Ich antworte mit „Diam scho“ für den Wirt eine Antwort die ihm ein „Dann passds“ abnötigt.
So, jetzt auf zur Hochzeit und hoffentlich morgen Sonnenschein und Rückenwind für 155 Kilometer auf dem Rennrad zurück nach München.
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Die ganze Strecke gibts bei gpsies.com