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Regen, Kalt und zum Saisonabschluss ein Finish – IM70.3 Zell am See

Schlecht vorbereitet ging es am Freitag nach Zell am See zum IM70.3

Wetterblick
Wetteraussichten: beunruhigend

3 Wochen vor der Challenge Roth (die ja bekanntlicherweise in einem DNF endete) einen Infekt eingefangen, danach eine Woche ein bisschen trainiert und dann einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen an dem ich bis vor kurzem auch noch laboriert habe. Alles in allem standen also 3 Läufe seit dem 01.07.2014 auf der Habenseite, davon 15 beim 4 Seeenlauf mit @dabinser und @dasirquickly, kurzweilige 10km an der Isar mit @peterslaufblog und noch 5 Kilometer mit meiner Frau – nun ja, ambitioniert sieht anders aus. Auf dem Rad habe ich in der Zeit seit der Challenge Roth auch nur 12 Stunden auf der Rolle verbracht und ein paar kleine Ausfahrten gemacht, und wieder: ambitioniert sieht anders aus.
Egal, in Zell am See angekommen noch schnell die Startnummern abgeholt, 2x für die Ironkids, 1x für die IronGirls und 1x für den IM70.3. Weiter gings zur Kasnockenparty zusammen mit @Lauftagebuch und einer netten Abendunterhaltung. Die Eindrücke vom ersten Abend: Ironman – Veranstaltungen sind Marketingtechnisch komplett durchorganisiert und es wird ein riesen Hype um das ganze Thema gemacht. Zurück in der Ferienwohnung dann mal die Startunterlagen für die Ironkids gesichtet und die Startnummern befestigt.
Am Samstag dann erst der große Tag für die Ironkis, vor dem Start noch @lyma215 getroffen und nett unterhalten, ich drücke die Daumen für Hawaii! Dann gings los: 50 Meter schwimmen (ohne Neo) im eiskalten Zeller See und anschließend 750 Meter laufen – beide Kids haben „gefinisht“ und waren sichtlich stolz (der Papa auch!). Am Nachmittag dann der IronGirls Bewerb, mit „warm up“ Einlagen vom örtlichen Fitness Club und hämmernden Beats, Start – 4,2km laufen und auch meine Frau hatte eine „Finishermedaille“ um den Hals baumeln. Bleibt es also bei mir die Medaillensammlung am Sonntag für die Familie zu komplettieren. Das Carboloading fand dann bei Papa Joe’s Pizza statt, wieder mit @Lauftagebuch und guter Unterhaltung.

ready to race
ready to race

Sonntag morgen, nochmal das bike checken, @Ironmaennchen und @tekken10h48 von Twitter getroffen und sorgenvolle Blicke in den Himmel gerichtet.

Schwimmstart:
Ist das Wasser kalt! 16,8° mehr brauche ich dazu nicht schreiben. Nach Berichten meiner Frau kamen einige nach kurzer Zeit schon wieder mit den Rettungsbooten zurück, ordentlich durchgefrohren. Naja, schwimmen ist so etwas wie meine geheime Superkraft (nicht) – ABER: es hätte zu eoiner neuen PB gereicht wenn ich nicht 200 Meter vor dem Schwimmausstieg einem von Krämpfen geplagten Mitschwimmer geholfen hätte seinen Krampf aus der Wade zu dehnen, er war sichtlich erleichtert nicht jetzt schon aussteigen zu müssen und mir tuen die paar Sekunden nicht wirklich weh als Bleiente. Raus aus dem Wasser, Kids abklatschen und auf den Weg in eine lange Wechselzone machen. Die Entscheidung die Regenjacke anzuziehen sollte sich etwas später noch als sehr Weise herausstellen, wenn auch nicht auf den ersten 35 Kilometern.

Rad:
Nach dem DNF in Roth, der schlechten Vorbereitung auf Zell am See und dem Wissen über einen bösen Anstieg über 13 Kilometer bin ich sehr defensiv gefahren. Bis km 21,5 konnte man es locker rollen lassen, 33,52km/h im Schnitt bis dahin sind völlig in Ordnung für mich. Dann kam das Schild „Mercedes V-Clas Bergwertung“ und es ging 13 Kilometer hinauf auf den Filzensattel (1280mtr üNN), das war der Moment als ich die Regenjacke verflucht habe, sturzbachartig läuft der Schweiß und die Ritzel drohen auszugehen, was soll ich sagen, Modell Heldenkurbel montiert auf dem Aerobike. Noch 2 Kilometer und jetzt kommt die Härteprüfung – Durchschnittlich 14% Steigung zwingen mich mehrfach aus dem Sattel in den Wiegetritt! Schnitt auf dem Anstieg: 14,85km/h mein Gott – ich brauche ein Rettungsritzel! Oben angekommen, Jacke zu und auf die Abfahrt freuen, noch ist der Asphalt trocken – das wird ein Spaß! Dachte ich…. nach 2 Kurven öffnet der Himmel seine Schleusen und ein kurzer Graupelschauer macht nicht nur Nass sondern auch ordentlich kalt. Die Sicht aus durch die Brille wird immer schlechter, das Wasser spritzt und die Finger werden klamm. Egal, die Abfahrt und die darauf folgenden Kilometer werden mit einem Schnitt von 36,69km/h wieder lustig. Ab Kilometer 60 singe ich mir dann: „36 Grad und es wird noch heisser“ vor um die Laune nicht ganz zu verlieren. Nass und langsam aber sicher auch ohne Gefühl in den Fingern fahre ich die letzten beiden Sektionen mit 29,86km/h und 27,10km/h wobei die letzte Sektion sich damit auszeichnet irgendwann kaum noch Platz zum überholen zu bieten und wenn Du einmal festhängst, dann hängst halt fest. In der Wechselzone erinnere ich mich an @Lauftabebuch’s Worte: „Das sind die Tage von denen Man(n) Heldengeschichten erzählen kann“ und zwinge mich in die Laufschuhe. Vorher habe ich noch trockenen Socken angezogen und es relativ gemütlich angehen lassen – ANKOMMEN war das ausgegebene Ziel, nicht mehr und nicht weniger 🙂

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Eine Frage der Farbe – je nach Farbwahl war das Wetter hui bis pfui

Lauf:
Den Lauf möchte ich eigentlich nicht kommentieren. Die Wade hält, zwar mit ordentlich muckern und zwicken, aber sie hält. Zum Schluss laufe ich den Halbmaraton mit einer Pace von 6:06min/km. Was für die Strecke, die ich zugegebenermaßen nicht als einfach einstufe trotzdem nicht wirklich in Ordnung ist. Die Strecke kommt in meinem persönlichen Ranking direkt hinter der Halbmarathonstrecke der Challenge Kraichgau, nicht ganz so schlimm, aber viel fehlt nicht. Knackige Anstige durch Zell, ein langgezogener Anstieg zum Zeller Krankenhaus und das ganze bitte 2 bzw. 3x. Im Ziel bin dann heilfroh angekommen zu sein, wenigstens kein DNF zum Saisonabschluss.

Und die Moral von der Geschicht‘:
4 Finishermedaillen, ein paar nette wenn auch verregnete Tage am Zeller See und die Erkenntnis, dass Ironman und Challenge Bewerbe nicht viel unterscheidet, wenngleich ich sagen muss, dass ich ganz persönlich die Challenge – Veranstaltungen angenehmer finde, auch wenn die Strecke des IM70.3 Zell am See eigentlich die „schönere“ ist im Vergleich zur Challenge Wachsee – warum? Fragt mich nicht, es ist ein reines Bauchgefühl.
Ach ja und bevor ich es vergesse: Wechselbeutel holen und bike – check – out in nicht ganz 10 Minuten erledigt, Freunde vom Walchsee, wenn Ihr das endlich auch hinbekommt sehen wir uns 2015 wieder am Walchsee 🙂

Auf dem Weg zum nächsten DNF?

Nun also nach Infekt, DNF und Muskelfaserriss und ah ja – gut 8 Wochen mtb_esmaralda Countermit insgesamt nur 35 Laufkilometern und auch nur 380 Radkilometern zum „Saisonabschluss“ nach Zell am See zum dortigen IM70.3 – nach der für mich tollen Halbdistanz in Ingolstadt mit einer sub5 nun also mal wieder eine 6:xx in Österreich, ist ja nicht das erste Mal, dass mir sowas passiert.

Und trotzdem freue ich mich riesig auf Zell am See! Die Familie kommt mit und die Kids starten beim Ironkids Bewerb und meine Frau wird beim Irongirls Bewerb rennen, also gibts am Samstag 3 Medaillen für die Familie und ich muss wohl oder übel am Sonntag die 4te einsammeln. Aussderdem und überhaupt gibt es einen Haufen Twitter – Trias zu treffen! Endlich mal wieder @Lauftagebuch treffen und plaudern, der letzte gemeinsame Lauf war wenn ich nicht irre beim Lauftreff mit Faris-al-Sultan 2012. Hoffentlich schaffen wir auch mindestens ein Zielbier mit @ironmaennchen und @lyma215, die Wege in Zell am See sind ja anscheinend sehr kurz.

Gespannt bin ich am meisten auf die Organisation beim bike – check – out, für mich nach 3x Challenge Walchsee der Grund für die Entscheidung IM70.3 Zell am See. Die letzten 3 Jahre hat es jeweils über eine Stunde gedauert das bike aus der WZ2 zu holen, das macht weder bei 30° ohne Schatten noch bei Dauerregen und 13° Spaß also gehe ich halt mal zum anderen kommerziellen Anbieter und schaue mir das an. Challenge – Rucksäcke und Finishershirts habe ich inzwischen genug, kann man ja mal was anderes dazu packen 🙂

In diesem Sinne, ich werde wie immer schwimmen wie eine Bleiente, auf dem Rad entspannt pedalieren und hoffentlich wird die Wade halten und mir keinen Strich durch das erste Finish bei einem IM70.3 machen.

Ich möchte doch zu gerne von mir sagen können: „Ich bin ein halber Ironman, zum ganzen hat’s dieses Jahr nicht gereicht :-)“

Ach ja – noch 368 zum Highlight 2015 – 24 Stunden Mountainbike Rennen im Zweierteam mit Veit ist geplant, es wird ein langer Winter auf der Rolle, ein hoffentlich toller Frühling und Frühsommer mit ordentlich Mountainbike – Touren und die Triathlon Planung für nächstes Jahr mache ich erst im November / Dezember wenn es langsam wieder juckt….