Schwimmseminar mit Videoanalyse, oder kleine Sünden…

… oder auch: „kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“

Den Spruch: „kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“ kennen bestimmt viele nur zu gut aus Ihrer eigenen Kindheit. Unfug gemacht, nicht gehört oder etwas kleines angestellt, wohlwissend dass Mama oder Papa das nicht passt und schwupps ist man hingefallen oder hat sich den Finger eingezwickt – und schon hat man den Satz zu hören bekommen.
Ich habe diesen Satz gehasst und sage ihn doch manchmal mit einem gewissen Grinsen selbst. Und jetzt? Jetzt hat es mich wieder einmal erwischt….

Am Freitag klingelt das Telefon, meine Frau erzählt mir voller Begeisterung, dass ich doch mit dem Mann einer Freundin zu dem Schwimmseminar am Samstag gehen könnte wenn ich Lust hätte und außerdem und überhaupt können wir ja dann auch nächsten Samstag Skifahren gehen weil es soll ja zwischendurch schneien! Mist – die Ausrede: Schatz wir wollten doch Skifahren kann ich nicht bringen… Hilfe – ich bin doch eine Bleiente und schwimme hundsmiserabel!

Was hat jetzt der Absatz mit dem darüber zu tun? Nun, ganz einfach. Vor kurzem habe ich im Blog von @thorstenfirlus etwas über seine Schwimmstilanalyse gelesen und >>zugegeben<< etwas in mich hineingegrinst und mir gedacht: „Warum macht man auch sowas“…. kleine Sünden sag ich da nur….. Also gut, ich gehe da hin, ich freue mich auch ein bisschen, weil das was ich schwimmen nenne, nennen (gute) Schwimmer: Treiben 🙂

swim_über_1 swim_über_2Also, auf nach Ottobrunn in ein Schwimmbad, Trainer: Jan Wolfgarten

Für mich als „Nichtschwimmer“ ein unbekannter bis ich gegoogelt habe.
Ich fahre zum Schwimmseminar mit einem Weltklasseschwimmer und deutschem Rekordhalter über 1.500 Meter und Schwimmtrainer von Sebiastian Kienle dem amtierenden Ironman Europa- und Weltmeister.

 

Was genau mache ich denn dann da eigentleich habe ich mich gefragt und mir die Antwort gleich selbst gegeben: Lernen von einem Top Schwimmer!
Warmschwimmen, kurz und bündig und dann Beinschlagübungen, zu meiner großen Überraschung bin ich nicht rückwärts geschwommen, sondern vorwärts. Aufmunternde Worte haben es auch etwas leichter gemacht. Korrektur und Erklärungen alle 25 Meter, in der kleinen Gruppe die wir waren ging das super.
swim_unter_2 swim_unter_1Bei meinen wenigen Kilometern die ich Wasser zurücklege habe ich keine Wunder erwartet, aber die Wasserlage wurde nicht vernichtend schlecht bewertet – zu meiner ganz, ganz, ganz großen Überraschung. Ich hatte ja erwartet ich bekomme die Mitteilung, dass ich aufhören soll meine Beine wie einen Anker ins Wasser zu hängen – aber so schlimm ist es nicht.

Übungen beendet und dann hieß es 12 x 50 – Abschlag alle 1:30 und es wurde immer ein Teilnehmer auf die „Videobahn“ geholt. Meine Güte, ich war ja schon völlig fertig bis ich auf die Videobahn kam und kämpfte in der für mich typischen Art ums Überleben im Wasser.
swim_unter_3Dann ging es kurz zum essen und zurück in die Schwimmhalle, diesmal in Straßenklamotten zur Theorie. Interessante und kurzweilige Info über Schwimmtechnik und Ausrüstung, Zwischenfragen waren gerne genommen und wurden beantwortet.

Dann ging es an die Videoauswertung, es wurde für jeden Teilnehmer ausreichend Zeit eingeplant für die Manöverkritik. Was mich betrifft, ich bin besser weggekommen als ich erwartet habe – mit der Erkenntnis, dass ich einfach mehr schwimmen muss, weniger Übergreifen unter Wasser, die Zugphase verlängern, die nicht vorhandene Druckphase erarbeiten und Beinschlagübungen ins Training einbauen.

 

Fazit: 5 Stunden Schwimmseminar mit Trocken- und Naßübungen, Techniktraining, Korrekturen sofort im Wasser und Erklärungen wenn nötig, Videoanalyse und Theorie. Mir hat es Spaß gemacht! Kosten? Kein Schnäppchen, aber gut investiert, kurzweilig und wenn ich es mir angewöhne öfter zu schwimmen und die Tipps annehme wird es bestimmt besser mit meinen Schwimmzeiten.

Link zu Jan Wolfgarten

4 Gedanken zu „Schwimmseminar mit Videoanalyse, oder kleine Sünden…“

  1. Solche Videoanalysen sind einfach Klasse, selbst für „gute“ Schwimmer. Es schleichen sich immer Fehler ein und wenn man dann mal sieht wie man schwimmt, dann wird manchmal einiges klarer 🙂
    Ich wünsch dir viel Spaß beim „mehr“ Schwimmen 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

  2. Hallo Helge,

    mit „gute Schwimmer“ kann ich schon mal nicht gemein sein 🙂
    Ich gehöre ja zur Quietsche-Entchen Fraktion, aber es hat mir einiges gebracht, ob ich mehr schwimmen gehe wird spannend, Wasser braucht man in Bayern zum Bier brauen 😉

    Gruß
    Ludwig

  3. Wirklich immer wieder spannend so eine Analyse und hört sich doch ganz gut an. Die ungeliebte dritte Sportart hat bei mir auch sehr großen Nachholbedarf, aber irgendwie kommen man ja immer durch.

    Ich besuche in zwei Wochen nach einem Jahr wieder so eine Analyse und hoffe, dass ich ebenfalls einigermaßen glimpflich bei weg komme.

    Viel Spaß in Zukunft beim Erarbeiten der Druckphase. Das erinnert mich an letztes Jahr und was ist geblieben?! Hm *hüstel* Na ich habe ja noch zwei Wochen…

  4. Nun ja, wenn ich jetzt noch lerne „schneller“ zu werden ist alles gut…

    Dir viel Erfolg bei der neuen Analyse, Du kannst ja jetzt noch 2 Wochen trainieren und dann ein Lob vom Coach abholen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.