Roth 2014 – Langdistanz: Satz mit X, das war wohl nix!

….damit ist eigentlich auch schon alles gesagt. Das war nix!

Am Samstag habe ich mich zunächst mit dem Ludwig getroffen. Wie immer sind wir nach Roth, haben die Startunterlagen geholt und uns drei im Weggla schmecken lassen (auch wenn´s nur zwei waren). Anschließend ging es zum Bike Check-In, gefolgt von der Rennbesprechung und einer relaxten Nudelparty bei uns am Wohnmobil. Entspannter kann man´s nicht angehen lassen. gewisse Routine ist inzwischen vorhanden.

Raceday: Um 5 Uhr klingelte der Wecker, nach einem Frühstück machten wir uns dann auf zum Schwimmstart. Ich ging mit der Gruppe 10 um 7:30 Uhr ins Wasser. Das Wasser im Kanal hatte allerdings eine Temperatur von deutlich über 21 Grad. Ein Neoverbot wurde nicht ausgesprochen. Für mich immer noch nicht ganz nachvollziehbar. Gut, andererseits hätte ich ja auch selber den Neo auslassen können 🙂 Nach 500 Metern fing dann mein Kopf vor Hitze an zu hämmern. Es war einfach viel zu heiß im Neo. Im Wasser habe ich mich jedoch noch recht wohl gefühlt und es ging auch zügig voran. Kurz vor dem Ziel hämmerte mir dann einer mit voller Wucht seinen Ellenbogen auf mein linkes Auge. Ich dachte zunächst, dass ich wohl einen ordentlichen Cut habe. Am Ufer hat sich aber herausgestellt, dass nichts groß passiert ist. Nachdem die Sternchen wieder weg waren, schwamm ich die letzten paar Meter und kam nach 1:12 aus dem Wasser. das war keine super Zeit, aber mit dem Crash immer noch ganz passabel. Das Ziel waren 1:05.

Raus aus dem Wasser, rein in die Radschuh und ab aufs Bike. Ah, wunderbar, der Fahrtwind kühlt ja hervorragend, dachte ich mir. Nachdem der Einteiler dann jedoch trocken war, war es nicht mehr so witzig mit dem Fahrtwind. Der hatte 35 Grad und mehr. Es war höllisch heiß, schwül und stickig. Man hat kaum Luft bekommen. Trotzdem ging es recht vernünftig dahin. Auf der ersten Runde war ich noch auf einem Bikesplit von kurz über 5 Stunden unterwegs. Auf der zweiten Runde erwartete mich dann mein Bruder mit Family und Oma am Kalvarienberg, um nicht anzufeuern. Mir ging es recht gut. Nur die extreme Hitze machte mir sehr stark zu schaffen. Mein Einteiler war inzwischen weiß vor lauter Salzrändern. Ich schob ordentlich Magnesium, Salztabletten und Flüssigkeit nach, um Krämpfe zu verhindern. Das ging aber leider nicht lange gut. Ab km 130 fingen meine Waden an zu krampfen. Es gelang mir, die Beine wieder locker zu treten. Recht schnell fuhr ich dann auf den Felix Walchshöfer auf und wir fuhren ein Stück gemeinsam, bevor ich mich wieder in Renngeschwindigkeit begab. Aber die Krämpfe wurden nicht besser, ganz im Gegenteil. Die Hitze forderte seien Zoll. Überall standen Athleten rum, die Schatten unter Bäumen suchten.  Die Krämpfe wurden schlimmer, nun fingen auch die Oberschenkel vorne und hinten an, auf BEIDEN Seiten. Spaß geht anders. Denn die Gaudi tut auch saumäßig weh! Trotzdem biss ich mich durch und endete die 180 km mit einem Bikesplit von 5:30. Das war eigentlich noch ganz passabel, ich lag gut auf einer Finsherzeit von SUB 11 Stunden. Allerdings schlug es dann in der Wechselzone 2 gnadenlos zu. Krämpfe in beiden Beinen, Kopfweh wie sau, Kreislauf am Ende. Das war einfach eine Nummer zu heiß für mich. Ich habe dann trotzdem noch versucht, die Laufstrecke zu erobern, aber an eine passable Zeit war nicht mehr zu denken. Meine Zeit in der WZ II lag irgendwie bei 20 oder 30 Minuten 🙂 Bis zur Lende versuchte ich noch, die Krämpfe rauszulaufen, jedoch Fehlanzeige. Ich beendete dann das Rennen. Schade, ich habe es mir anders vorgestellt. Aber da kann man nichts machen. Den Kampf gegen das Wetter habe ich diesmal verloren. Ich wollte keinen Wandertag veranstalten und nach 15 Stunden da irgendwann mal im Ziel eintreffen. Das war nicht mein Anspruch.

Und so heißt es: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das Ziel steht. Roth 2016 in SUB 11 Stunden!

Kette Rechts, Euer Veit

3 Gedanken zu „Roth 2014 – Langdistanz: Satz mit X, das war wohl nix!“

  1. Hallo Veit,

    es ist manchmal schwer die Vernunft siegen zu lassen, aber Du hast dies geschafft. Glückwunsch dazu, dass Du auf Dein Bauchgefühl gehört hast. Dazu gehört einiges an Mut.

    Noch viel Erfolg für Deine weiteren Vorhaben.

    Viele Grüße

    Matthias

  2. Hallo Veit,
    das ist sehr schade, aber das Wetter war wirklich der Hammer. Ich war auch am Start und ich weiß wovon du redest. Man kam weder mit Salz noch mit Wasser hinterher.
    Gut ist, das du dir ein neues Ziel gesteckt hast.
    Das mit dem Neoverbot ist übrigens so, das bei Langdistanzen ein Neoverbot erst bei 24 Grad ausgesprochen wird. Die Temperaturen für Mittel- und Kurzdistanzen sind nochmal anders.

    Liebe Grüße
    Helge

  3. Hallo Matthias, hallo Helge,

    danke für eure Kommentare. An dem Tag hat das Wetter leider einfach gewonnen! Ich war nach meinem Ausstieg an der Lende und habe mir das Elend auf der Laufstrecke angesehen. Was da an Massen einen Wandertag gemacht haben, unglaublich. Und das sicher nicht, weil die alle unfit waren. Vielmehr ging es denen richtig dreckig. Und genau die Nummer wollte ich mir/meinem Körper nicht antun. Von daher denke ich, alles richtig gemacht zu haben. Klar, zu finishen wäre schöner gewesen, machen wir uns nichts vor. aber es sollte halt nicht sein.
    Neues Spiel, neues Glück. Roth und ich sind noch lange nicht miteinander fertig . Das war das dritte Mal, dass ich da war. Es werden weitere folgen 🙂

    Viele Grüße,
    Veit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .