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Die ersten beiden Meldungen…

… für dieses Jahr sind erledigt und bestätigt.

Kurz vor Toreschluss habe ich gerade noch einen Startplatz beim Stadttriathlon München ergattert. Es ging rasend schnell dieses Jahr, am 19.01. kam die Meldung, dass die Einzelstartplätze ausgebucht sind. Hätte Veit nicht am Samstag geschrieben und der -timekiller- nicht gepostet hätte ich es wahrscheinlich verbummelt und mich fürchterlich geärgert wenn bei meinem klassischen season opener nicht aStadttriathlon_Anmeldungn der Startlinie gestanden hätte.

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Regen, Kalt und zum Saisonabschluss ein Finish – IM70.3 Zell am See

Schlecht vorbereitet ging es am Freitag nach Zell am See zum IM70.3

Wetterblick
Wetteraussichten: beunruhigend

3 Wochen vor der Challenge Roth (die ja bekanntlicherweise in einem DNF endete) einen Infekt eingefangen, danach eine Woche ein bisschen trainiert und dann einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen an dem ich bis vor kurzem auch noch laboriert habe. Alles in allem standen also 3 Läufe seit dem 01.07.2014 auf der Habenseite, davon 15 beim 4 Seeenlauf mit @dabinser und @dasirquickly, kurzweilige 10km an der Isar mit @peterslaufblog und noch 5 Kilometer mit meiner Frau – nun ja, ambitioniert sieht anders aus. Auf dem Rad habe ich in der Zeit seit der Challenge Roth auch nur 12 Stunden auf der Rolle verbracht und ein paar kleine Ausfahrten gemacht, und wieder: ambitioniert sieht anders aus.
Egal, in Zell am See angekommen noch schnell die Startnummern abgeholt, 2x für die Ironkids, 1x für die IronGirls und 1x für den IM70.3. Weiter gings zur Kasnockenparty zusammen mit @Lauftagebuch und einer netten Abendunterhaltung. Die Eindrücke vom ersten Abend: Ironman – Veranstaltungen sind Marketingtechnisch komplett durchorganisiert und es wird ein riesen Hype um das ganze Thema gemacht. Zurück in der Ferienwohnung dann mal die Startunterlagen für die Ironkids gesichtet und die Startnummern befestigt.
Am Samstag dann erst der große Tag für die Ironkis, vor dem Start noch @lyma215 getroffen und nett unterhalten, ich drücke die Daumen für Hawaii! Dann gings los: 50 Meter schwimmen (ohne Neo) im eiskalten Zeller See und anschließend 750 Meter laufen – beide Kids haben „gefinisht“ und waren sichtlich stolz (der Papa auch!). Am Nachmittag dann der IronGirls Bewerb, mit „warm up“ Einlagen vom örtlichen Fitness Club und hämmernden Beats, Start – 4,2km laufen und auch meine Frau hatte eine „Finishermedaille“ um den Hals baumeln. Bleibt es also bei mir die Medaillensammlung am Sonntag für die Familie zu komplettieren. Das Carboloading fand dann bei Papa Joe’s Pizza statt, wieder mit @Lauftagebuch und guter Unterhaltung.

ready to race
ready to race

Sonntag morgen, nochmal das bike checken, @Ironmaennchen und @tekken10h48 von Twitter getroffen und sorgenvolle Blicke in den Himmel gerichtet.

Schwimmstart:
Ist das Wasser kalt! 16,8° mehr brauche ich dazu nicht schreiben. Nach Berichten meiner Frau kamen einige nach kurzer Zeit schon wieder mit den Rettungsbooten zurück, ordentlich durchgefrohren. Naja, schwimmen ist so etwas wie meine geheime Superkraft (nicht) – ABER: es hätte zu eoiner neuen PB gereicht wenn ich nicht 200 Meter vor dem Schwimmausstieg einem von Krämpfen geplagten Mitschwimmer geholfen hätte seinen Krampf aus der Wade zu dehnen, er war sichtlich erleichtert nicht jetzt schon aussteigen zu müssen und mir tuen die paar Sekunden nicht wirklich weh als Bleiente. Raus aus dem Wasser, Kids abklatschen und auf den Weg in eine lange Wechselzone machen. Die Entscheidung die Regenjacke anzuziehen sollte sich etwas später noch als sehr Weise herausstellen, wenn auch nicht auf den ersten 35 Kilometern.

Rad:
Nach dem DNF in Roth, der schlechten Vorbereitung auf Zell am See und dem Wissen über einen bösen Anstieg über 13 Kilometer bin ich sehr defensiv gefahren. Bis km 21,5 konnte man es locker rollen lassen, 33,52km/h im Schnitt bis dahin sind völlig in Ordnung für mich. Dann kam das Schild „Mercedes V-Clas Bergwertung“ und es ging 13 Kilometer hinauf auf den Filzensattel (1280mtr üNN), das war der Moment als ich die Regenjacke verflucht habe, sturzbachartig läuft der Schweiß und die Ritzel drohen auszugehen, was soll ich sagen, Modell Heldenkurbel montiert auf dem Aerobike. Noch 2 Kilometer und jetzt kommt die Härteprüfung – Durchschnittlich 14% Steigung zwingen mich mehrfach aus dem Sattel in den Wiegetritt! Schnitt auf dem Anstieg: 14,85km/h mein Gott – ich brauche ein Rettungsritzel! Oben angekommen, Jacke zu und auf die Abfahrt freuen, noch ist der Asphalt trocken – das wird ein Spaß! Dachte ich…. nach 2 Kurven öffnet der Himmel seine Schleusen und ein kurzer Graupelschauer macht nicht nur Nass sondern auch ordentlich kalt. Die Sicht aus durch die Brille wird immer schlechter, das Wasser spritzt und die Finger werden klamm. Egal, die Abfahrt und die darauf folgenden Kilometer werden mit einem Schnitt von 36,69km/h wieder lustig. Ab Kilometer 60 singe ich mir dann: „36 Grad und es wird noch heisser“ vor um die Laune nicht ganz zu verlieren. Nass und langsam aber sicher auch ohne Gefühl in den Fingern fahre ich die letzten beiden Sektionen mit 29,86km/h und 27,10km/h wobei die letzte Sektion sich damit auszeichnet irgendwann kaum noch Platz zum überholen zu bieten und wenn Du einmal festhängst, dann hängst halt fest. In der Wechselzone erinnere ich mich an @Lauftabebuch’s Worte: „Das sind die Tage von denen Man(n) Heldengeschichten erzählen kann“ und zwinge mich in die Laufschuhe. Vorher habe ich noch trockenen Socken angezogen und es relativ gemütlich angehen lassen – ANKOMMEN war das ausgegebene Ziel, nicht mehr und nicht weniger 🙂

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Eine Frage der Farbe – je nach Farbwahl war das Wetter hui bis pfui

Lauf:
Den Lauf möchte ich eigentlich nicht kommentieren. Die Wade hält, zwar mit ordentlich muckern und zwicken, aber sie hält. Zum Schluss laufe ich den Halbmaraton mit einer Pace von 6:06min/km. Was für die Strecke, die ich zugegebenermaßen nicht als einfach einstufe trotzdem nicht wirklich in Ordnung ist. Die Strecke kommt in meinem persönlichen Ranking direkt hinter der Halbmarathonstrecke der Challenge Kraichgau, nicht ganz so schlimm, aber viel fehlt nicht. Knackige Anstige durch Zell, ein langgezogener Anstieg zum Zeller Krankenhaus und das ganze bitte 2 bzw. 3x. Im Ziel bin dann heilfroh angekommen zu sein, wenigstens kein DNF zum Saisonabschluss.

Und die Moral von der Geschicht‘:
4 Finishermedaillen, ein paar nette wenn auch verregnete Tage am Zeller See und die Erkenntnis, dass Ironman und Challenge Bewerbe nicht viel unterscheidet, wenngleich ich sagen muss, dass ich ganz persönlich die Challenge – Veranstaltungen angenehmer finde, auch wenn die Strecke des IM70.3 Zell am See eigentlich die „schönere“ ist im Vergleich zur Challenge Wachsee – warum? Fragt mich nicht, es ist ein reines Bauchgefühl.
Ach ja und bevor ich es vergesse: Wechselbeutel holen und bike – check – out in nicht ganz 10 Minuten erledigt, Freunde vom Walchsee, wenn Ihr das endlich auch hinbekommt sehen wir uns 2015 wieder am Walchsee 🙂

DNF und sonstige Ärgerlichkeiten

Eigentlich wollte ich hier nur „kurz“ mein DNF in Roth verarbeiten, aber das zweite Sporthalbjahr hat mich momentan nicht gern.
2 Wochen vor Roth einen grippalen Infekt aufgeschnappt, kurz vor knapp wenigstens nur noch Husten und etwas schwach gings nach Roth:

Samstag vormittag ab ins Auto, alles war am Freitag schon gepackt und los gehts nach Roth!

km39_2

In Hilpoltstein am Schwimmstart Veit getroffen, Startunterlagen holen zurück und den Bike – check – in erledigen, richtig Vorfreude kommt auf als ich das Auto am Kilometer 39 Schild parke. Der Gedanke „wenn ich morgen hier bin, kommt das Lächeln zurück“ überkommt mich – nur: es sollte anders kommen.

 

 

 

Sonntag, 05:00 Uhr, der Wecker klingelt, Frühstück zusammen mit Veit, runter in die Wechselzone und alles vorbereiten. Das Rennrad (!!) steht noch an seinem Platz. Das Rennrad?? Ja, genau – ich habe aus reiner Vorsicht mein Rennrad mitgenommen, da habe ich ein paar Gänge mehr und vor allem ein paar kleinere Gänge für den Kalvarienberg, mein grippaler Infekt war noch nicht wirklich lange vorbei und der hartnäckige Husten immer noch anwesend….

Durchsage am Schwimmstart: „Das Wasser hat 21,7° Grad“ – ich ziehe meinen Neo an, der schlechte Schwimmer in mir jubliert, der gesunde Menschenverstand zweifelt…. Startgruppe 11 rein ins Wasser, meine Güte ist das Wasser warm! 21,7° Grad? Never, das muss wärmer sein. Startschuss und bin noch gute 30 Meter von der Startlinie weg, bei meiner Schwimmleistung ein halber Tagesritt 🙂 Nach knapp 1,5 Kilometer kommt die erste Wendeboje, ich schwitze und versuche mir Wasser in den Kragen laufen zu lassen. Auf dem Weg zur zweiten Wendeboje freue ich mich immer wieder über die Brücke mit vielen, vielen Zuschauern und einer riesen Stimmung. Zweite Wendeboje erreicht, was ist denn hier los? Ich als schlechter Schwimmer bin es gewöhnt meine Ruhe zu haben, aber heute kämpft Not gegen Elend im Wasser und ich bin mitten drin…. Unter der Brücke werde ich dann etwas abgedrängt und merke den Betonsockel der Brücke am Knie, halte kurz inne und will meine Schwimmrichtung korrigieren, dummerweise trete ich dabei in irgend etwas Scharfes und habe Schmerzen im Zeh. Schwimmaustieg erreicht, die Zeit, egal durchgekommen wie immer war die Devise. Ich packe meinen Wechselbeutel, laufe ins Umkleidezelt und stelle fest, dass ich einen ordentlichen Schnitt im Zeh habe der blutet. Egal, Socken drüber, Radschuhe an, jetzt beginnt der Spaß!

Biermeile
Biermeile Eckersmühlen

Auf der Radstrecke läuft erstmal alles nach Plan, bis zur zweiten Durchfahrt in Eckersmühlen läuft es prima, ich sehe Alois und Stefan, denen ich etwas zu früh vorbeikomme, ich esse, trinke und kippe mir Wasser über den Kopf. Sauber der Schnitt ist super, das geht sich mit unter 6 Stunden auf dem Rad locker aus denke ich mir und kurble weiter. An der Verpflegungsstelle bei km 105 bekomme ich Krämpfe im linken Bein – Nanu? Das vergeht schon wieder denke ich und kurble weiter, zweite Auffahrt Kalvarienberg  meine Frau und die Kids sind da. Sehr schön, alles freut sich nur mein Sichtfeld wird immer enger, gefühlt vom schönen Flatscreen umgeschalten auf eine alte kleine Röhre. Weiter rauf, kommt gleich die Abfahrt! Die Sonne hämmert inzwischen mit gut 38° auf den Asphalt und mein Sichtfeld entscheidet sich dazu immer enger zu werden…. Schlucken fällt schwer – da ist ein Streckenposten der Feuerwehr, ausklicken und dann dauert es ein wenig bis ich wieder weiß wo ich bin und was ich hier machen wollte.
Aufstehen, weitermachen meldet eine Stimme in meinem Kopf! Aufstehen, ja – aber weitermachen? Nein! Mir ist übel und vor allem schwindelig. Leichter Hitzschlag die Diagnose, also aus der Traum….

Die Streckenposten von der freiwilligen Feuerwehr sind gut drauf und ich nach einer Stunde auch wieder, blöde Sprüche kann ich an diesem Tag besser als Radfahren :-). Die Helfer haben alle Hände voll zu tun, die ersten 3 Rückholbusse sind bereits überfüllt als Sie bei uns ankommen. Als der Besenwagen vorbeikommt, kommt auch die Feuerwehr mit einem Mannschaftsbus und einem Materialwagen und sammelt uns (inzwischen sind wir zu viert an dieser Stelle) ein. Im nächsten Ort stehen 40(!!) Räder und zugehörige Triathleten die eingesammelt werden müssen. Einen Teil kann die Feuerwehr aufnehmen, den Rest nimmt das THW auf die inzwischen auch mit einem Mannschaftsbus und einem Materialwagen dabei sind. An der nächsten Verpflegungsstelle ist dann Feuerwehr und THW vollgeladen, kein Platz mehr – aber dort stehen auch noch 27 Triathleten denen die Hitze alles bzw. zu viel abverlangt hat. Wir werden in die Wechselzone 2 gefahren und die Helfer machen sich wieder auf weitere traurige Gestalten des Tages ein zu sammeln.

Ich treffe meine Familie, Alois und Stefan – alle sind froh, dass mir nichts fehlt. Der Zuspruch tut eigentlich gut aber mir ist zum weinen zu Mute… Natürlich war es gut aufzuhören bevor ich vom Rad falle, natürlich wäre ich wahrscheinlich irgendwann ins Feld gefahren oder auf der Straße gelegen…. Aber hey: „DNF is not an option!“ war das Motto – heute hat mein Körper eindrucksvoll demonstriert, dass DNF manchmal die einzige Option ist. Ich gehe mein Rad und meine Beutel holen, auf einer Bare wird eine Frau von den Sanis aus der Wechselzone getragen….. Bin ich froh, dass ich vorher ausgestiegen bin…. Ich muss trotzdem die Sonnenbrille vor die Augen nehmen, sonst sieht jemand meine Tränen….

Fazit: Mir geht es gut, ich bin gesund und das zählt.

Ein herzlicher Dank an meine Familie, auch wenn es für die Kinder eine Enttäuschung war nicht im Stadion mit mir einlaufen zu können.
Vielen Dank an Alois und Stefan, ich hatte mich auf Eure Unterstützung beim Marathon riesig gefreut.
Einen ganz lieben Dank an alle Twitteristi, Euer Zuspruch hat ungemein gut getan und
last but not least meine Handballmannschaft, als DNF’ler mit Applaus in der Halle empfangen zu werden – das hat nicht jeder 🙂

Eigentlich wäre genau hier Schluß gewesen und die Welt in Ordnung. War sie ja auch, bis Sonntag Nachmittag.

Kurz: Mittwoch nach dem DNF schon wieder schwimmen, radeln und laufen gewesen, kurz und knapp 1km / 22km / 6km weils gerade Spaß gemacht hat, Donnerstag entspannte 36km auf dem MTB, Freitag Rumpfstabi, Samstag 32km auf dem TT (33,98km/h) und 5,5km gelaufen mit einer 5:05min/km – die Welt schien wieder in Ordnung.
Sonntag ein bisserl Unfug Fußballspielen mit den Kindern, ein ganz klein wenig Basketball zocken und tja, eine Bewegung, ein Stich in der Wade und am Montag die traurige Gewissheit: Muskelfaserriss. Der Arzt hat mich beruhigt, ich darf viel Schwimmen, bald wieder locker Radfahren und wenn kein Belastungsschmerz mehr zu verzeichnen ist, wieder locker laufen. Dieses locker hat er mich auch übersetzt: Nicht länger als 1 Stunde und dann bitte ca. 1 bis 1:30 langsamer als das normale Dauerlauftempo…. Danke fürs Gespräch….
Ich habe mir dann erklären lassen warum er jetzt einen Kompressionsverband macht und dass wenn überhaupt die lustigen bunten Socken die die Triathleten so gerne tragen nur nach dem Training für die Regeneration förderlich sind. Im Wettkampf ist es „Mumpitz“ – nun gut, ich finde die Kompressionssocken eh etwas affig, aber da werde ich meine Meinung, zumindest nach harten Trainingseinheiten wohl überdenken müssen.

Das schönste war ja das Zertifikat vom „World Institute of Pain“ das an der Wand hing. Ich habe leise gelacht und mir gedacht die Jungs kennen meine Blackroll(r) nicht – wurde aber ein klein wenig etwas Besserem belehrt als der Herr Doktor die Stelle „lokalisiert“ hat – ein Daumen gegen meine Wade – und ich habe mit letzter Selbstbeherrschung verhindert laut aufzuschreien (was wohl der anwesenden Arzthelferin geschuldet war). Stattdessen habe ich leise gewinselt – auch nicht besser, hat aber wenigstens für Erheiterung bei der Arzthelferin gesorgt und Herrn Doktor ein: „Aha, das ist wohl die richtige Stelle“ entlockt.

Genug gejammert – das zweite Halbjahr kann ja nur besser werden! Jetzt hoffe ich, dass bis zum IM70.3 in Zell am See die Wade wieder mitspielt und ich einen halbwegs passablen Saisonabschluß im Triathlon hinlegen kann, Bestzeit wirds wohl keine werden, aber Spaß haben möchte ich schon 🙂