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München Marathon

Vor etwa einem Jahr habe ich zu Rauchen aufgehört und damit ich nicht wieder auseinander gehe, habe ich angefangen zu laufen. Ein Jahr später kann ich sagen, ich bin ein Marathoni!

Am Sonntag den 13. Oktober 2013 stand deshalb der, für mich bis dahin sportlich, wichtigste Tag in meinem Leben an. Nach einem langen Jahr Vorbereitung bin ich Marathon gelaufen.

Ich wachte um halb sieben Uhr am Sonntag auf, weil Regen auf mein Dach trommelte. Ich war schlagartig wach und hatte umgehend schlechte Laune. Ein Jahr lang Qualen und Schmerzen für einen Marathon im Regen? Aber das Regenradar erleichterte mich bald. Er sagte für den Start des Marathons gutes Wetter an.
Ich stand auf und kümmerte mich gleich um mein Frühstück. Joghurt und Haferflocken mit Banane. So gestärkt machte ich mich daran meinen Rucksack zu packen und mich anzuziehen. Kurze Hose war mir klar, aber was mache ich oben. Ich entschied mich dafür erst einmal ein langes Laufshirt unter das gelbe Trikot zu ziehen. Dazu eine Jacke welche ich abgeben kann.

Mit jeder Minute stieg meine Aufregung und so machte ich mich kurz nach halb neun auf den Weg. Ich traf mich zuerst mit Ludwig am Westfriedhof. Kurz danach trafen wir dort auch Tina und Alois, welche mit dem Rad vor Ort waren. Gemeinsam liefen wir in Richtung Start. Je näher wir der Ackermannstraße kamen, umso aufgeregter wurde ich. Nachdem ich bei Sarah meinen Rucksack abgegeben hatte und mit ihr zurück zum Startblock lief, wurde es schön langsam ernst.

Eigentlich wollte ich in Startblock zwei laufen, welcher um 10:10 Uhr auf den Weg geschickt werden sollte. Da ich mich aber bei den Zielzeitläufern 4:30 aufgestellt hatte, wurde es der dritte Startblock. Kurz vor dem Start kam die Sonne raus und ich traf die beste Entscheidung dieses Tages! Ich zog mein langarmiges Laufshirt aus und lief kurz/kurz.

Dann wurde es immer spannender und pünktlich erfolgte der Startschuss um 10:20 Uhr. Ich war relativ weit vorne, klatschte noch einmal mit Ludwig ab und los ging es. Über die Zeitnahme drüber und Uhr gestartet. Ich laufe Marathon, was für ein tolles Gefühl.

Ludwig begleitete mich noch bis zur ersten Ecke und schickte mich auf die Strecke. Ich suchte dann die Gesellschaft der Zielläufer auf 4:30 und redete mit ihr kurz über das Tempo. Die ersten Kilometer war es mir fast zu schnell, wurde dann aber besser. Beim Einbiegen auf die Leopoldstraße die ersten Fans, meine Cheerleader, jubeln und sich freuen. Nach der Wende auf der Leopoldstraße, gab es die erste Verpflegungsstelle, ich schnappte mir einen Becher und sah kurz danach meinen Papa und Co. Winken, jubeln und über die 5 Kilometermarke freuen.

Bevor es von der Leopoldstraße runter, in Richtung Englischer Garten ging, kurz mit Alois geredet und abgestimmt wo man sich das nächste Mal sieht. Auch die Cheerleader haben noch einmal angefeuert! Der Blick auf die Uhr, etwas zu schnell und der Puls ist zu hoch. Also bremste ich mich gefühlt etwas. Zeit aber immer noch bei um die sechs Minuten für den Kilometer.

Kurz nach Kilometer sieben dann mein erstes Gel, kurz stehen geblieben und runter damit. Weiter ging es in den Englischen Garten und einen der langweiligsten Teile der Strecke. Tina und Alois warteten noch bei Kilometer acht, aber dann wurde es zäh. Ich redete etwas mit einem Läuferpärchen aus Karlsruhe, ehe ich mich kurz erleichtern musste. Aber weiter fühlt sich der Körper super an. Die Zielzeitläufer auf 4:30 sind 200 Meter hinter mir und damit die Strecke vor mir relativ einsam. Nach 10 Kilometern der Blick auf die Uhr, die Zeit und der Puls sind super!

Zusammen mit den Karlsruhern ging es an Kilometer 15 vorbei. Alois und Tina passiert, auch mein Dad und die anderen standen dort in der Ecke. Dann kam das zweite Gel für mich. Wieder kurz stehen geblieben und weiter geht es. Dann ging es leicht Bergauf, aber dies über zwei Kilometer und das kostete mich einiges an Kraft. Bei Kilometer 19 dann die Wende zurück nach Süden und ich wusste, der erste anstrengende Teil ist vorbei.

Dann eine wunderschöne Überraschung in Form von Fee und Eckhard am Straßenrand. Daraus zieht man die beste Motivation, echt super so etwas! Da mir die Karlsruher etwas zu langsam liefen, erhöhte ich mein Tempo und zog davon. Die Zielzeitläufer hatte ich schon lange verloren. Kurz darauf überquerte ich die Halbmarathonmarke bei 2:09:34 und es ging in Richtung Berg am Laim. Nachdem die A94 unterquert wurde, gab es für mich das nächste Gel und eine erneute Pause aufgrund meiner gefüllten Blase. Dieses Stück, in Berg am Laim zwischen Kilometer 22 und 26, gehört zu den hässlichsten Abschnitten des Laufes. Da ich mich aber gut fühlte, erhöhte ich langsam das Tempo und lief mehrere Kilometer unter 6 Minuten.

In der Friedenstraße hinter dem Ostbahnhof standen dann Ernst, meine Mama mit Schwester, Mann und Tante. Ich fühlte mich ganz gut und es ging endlich wieder in Richtung Stadt. Am Gasteig übergab mir Alois noch einmal 2 Gels und Gummibärchen. Hier wurde es dann endlich wieder viel schöner zu Laufen. Also ab in die Innenstadt, Kilometer 29 und 30. Dort hielt ich kurz um noch einmal etwas zu essen. Dann ging es über den Marienplatz und hier muss ich sagen, wirklich enttäuschend, kaum Zuschauer aber ein überwältigendes Gefühl, das Ziel kommt näher.

Am Odeonsplatz standen dann noch einmal alle! Bei der Kilometer 32 Marke fing ich an rückwärts zu zählen, noch 10 Kilometer! Außerdem hatte ich schön langsam Schmerzen in den Beinen und ich wusste: Ab jetzt ist jeder Kilometer Neuland für mich. Dann musste ich in Richtung Königsplatz abbiegen. Es folgte für mich das schlimmste Stück dieses Marathons!

Hier laufen einem die Läufer die schon bei Kilometer 36 sind entgegen. Dies ist einfach nur demotivierend. Zudem läuft man diverse Kurven. Hier ging es mir richtig schlecht und auch mein Magen meldete sich das erste Mal. Direkt am Königsplatz lief ich meinem Freund Hax in die Arme und gratulierte ihm erst einmal zum Geburtstag , ehe er mich ein paar Meter begleitete. Beim Weg zurück auf die Leopoldstraße war ich Nervlich komplett angespannt. Hier half ich mich mir kurz mit dem Gedanken an die Menschen, die mir dies nicht zugetraut haben.

An der Leopoldstraße standen wieder Tina und Alois, und motivierten mich, es wären nur noch etwas mehr als fünf Kilometer. Meine Antwort war nicht wirklich positiv, ich war schon ziemlich am Ende. Also Kilometer 37, 38, 39. Hier überholte ich einen gehenden der ein Shirt „Für 10 KM lohnt das Umziehen nicht“ trug. Darüber konnte ich nur herzlich lachen, er ging nämlich! Dieses Stück zurück zum Olympiapark war echt übel, da viele andere schon gingen. Ich wurde auch etwas langsamer, aber hatte immer noch eine Pace von etwa 6:30/km. Zudem wurden die Schmerzen immer schlimmer und so blieb ich bei Kilometer 40 kurz stehen um etwas zu trinken. Dieses anlaufen war das schlimmste am ganzen Lauf für mich.

Dann das letzte abbiegen in den Spirdon-Louis-Ring und meine Laune stieg deutlich als ich bei Kilometer 41 Sarah und Freund sah. Kurz danach kam Heimo an meine Seite und begleitete mich bis fast zum Marathontor. Ich bedankte mich noch einmal bei ihm und bog ins Stadion ein.

Marathontor, hier war es dunkel, Nebel, Licht. Ich hatte Tränen in den Augen beim durchlaufen, es war fast schöner als das Ziel zu durchlaufen, welches nach einer Runde im Stadion erreicht wurde.

42,195 Kilometer in 4:19:49 Stunden. Ich habe es geschafft! Ich bin Marathon gelaufen!

Woche 12 von 12 – München Marathon

Die letzte Woche der Vorbereitung, es wird Ernst. Sie ist aber auch gleich Erzählt! Ich habe mir Urlaub genommen, damit ich mich ganz auf mein Ziel konzentrieren kann.

Am Dienstag ging ich 10 Kilometer mit Gunnar laufen, eine wirklich nette Runde an der Isar. Vielleicht etwas zu schnell, aber mir ging es gut und wir haben uns sehr gut unterhalten. Mir kam der Lauf ganz recht, da wir uns früh Morgens getroffen haben, so konnte ich schon einmal für den Marathon üben. Immerhin startet dieser ja um 10 Uhr. Wer aufmerksam gelesen hat, der weiß das ich morgendliche Läufe nicht wirklich mag.

Am Donnerstag folgte noch eine sechs Kilometer Einheit welche ich wirklich sehr, sehr gemütlich absolviert habe. Tempo lag über 7 Minuten, aber auch das war bewusst gewählt. Da das Oktoberfest wieder vorbei ist, konnte ich auch wieder über meine Lieblingsstrecke laufen.

Um die Nerven zu beruhigen, zog ich am Sonntag noch einmal meine Schuhe an und ging knappe drei Kilometer laufen. Wieder sehr langsam, aber das Training passierte ja in den Wochen zuvor.

Jetzt also zählt es, noch ein paar Fakten:

Ich bin in den letzten 12 Wochen ca. 530 Kilometer gelaufen und fühle mich absolut fit für den Marathon!

Am Sonntag ist also Tag der Abrechnung!