11. Stadt-Triathlon München oder „shit happens“

Es ist ein kalter, stark bewölkter Sonntagmorgen als ich mich auf den Weg Richtung Olympiapark zum 11. Stadt-Triathlon München mache.

Auto geparkt, Bike ausgeladen und Wechselsachen auf dem Rücken – es geht zur Startnummernausgabe und dann direkt zum Einrichten der Wechselzone. Ein paar Umwege sind vom Parkplatz zu laufen, die neue Radstrecke ist schon voll gesperrt.

Uhr_vergessenAuf dem Weg zur Startnummernausgabe bemerke ich, dass ich meine Uhr vergessen habe. Der Gedanke war hinsichtlich der kurzen Distanz einfach „beim laufen Vor- oder Nachteil?“ Zu dem Zeitpunkt war ich noch guter Dinge…

 

Bike_Check

Die Wechselzone einrichten war mit Blick zum Himmel und aufs Thermometer relativ einfach. Shirt, Weste und Ärmlinge schienen mir ganz sinnvoll, nachdem es erst am Nachmittag regnen sollte, sollte das schon reichen und ich legte alles offen auf meinen Wechselbeutel.

In der Schwimmhalle begann dann das lange Warten, 40 Minuten Verzögerung entstanden durch einen Duathlon, der statt des Triathlon in der Jugend ausgetragen wurde. Bei 7,5 Aussentemperatur erschien das sehr sinnvoll.

Dann war endlich Start!

Startgruppe 1 wie immer die MRRC Mitglieder gingen im Abstand von 8 Sekunden auf die 425 Meter Schwimmstrecke, die Sambaband in der Halle trommelte kräftig und meine Laune wurde immer besser bis…. bis ich mich in den Startblock einreihte und draussen ein fürchterlicher Schauer niederging. Ich dachte mir „Naja, ein Gewitterschauer, der ist vorbei bis ich aus dem Wasser komme!“

 

Denkste! Nach einem (wie bei immer) Kampf ums nackte überleben im Wasser ging es raus aus der warmen Olympiaschwimmhalle in die Wechselzone, es wurde merklich kälter und kein bisschen trockener.
Am Wechselplatz angekommen der verzweifelte Versuch ein durchnässtes Trikot über zu ziehen, Sprintdistanz und ich brauche 3:20 Minuten zum Wechseln – indiskutabel.

Auf die Radstrecke, kann nur besser werden. Neue Strecke, Kopfsteinflasterpassagen, Kurven mit Blüten auf der Strecke und eine schrecklich enge Ein- und Ausfahrt ins Olympiastadion machten die Strecke nicht wirklich schnell und der Regen und dazu aufkommende Wind taten Ihr übriges dazu. Kurz vor Ende der ersten Radrunde dann auch noch ein ärgerlicher Defekt, der Hinterreifen ist in den Rahmen gerutscht und blockiert, mit klammmen Fingern den Defekt beheben, 2 – 3x nachstellen, endlich weiter. Gefühlt habe ich eine halbe Ewigkeit verloren bei der Aktion und die Laune verschlechtert sich zusehends.

Nässe und Wind lassen mir langsam aber sicher die Finger einfrieren, nach 21 Kilometern ist die Wechselzone wieder erreicht. Zu allem Überfluss rutsche ich auf einem kleine Hügel, das Rad schiebend auch noch aus und lege mich fast quer in den Eingang zur Wechselzone. Haken dran, Rad aufhängen, Ärmlinge runter und Schuhe binden (ja genau, ich Schönwettersportler habe immer noch keine Schnellverschlüsse an den Laufschuhen sondern muss binden, macht ja bei Sonnenschein auch fast nix), aber mit die klammen Finger treiben mich in die Verzweiflung. Linker Schuh zu, rechter Schuh, naja bei 5-jährigen wäre der Knoten ähnlich fest… wieder 3:18 in der Wechselzone verbummelt – Prima, jetzt aber!

Genau, jetzt aber auf die Laufstrecke, raus und die eklige Kopfsteinsteigung auf die Laufrunde hoch, mitten im Anstieg meldet sich die linke Wade mit einem Krampf – der hat mir gerade noch gefehlt… Oben angekommen kurz schütteln und los…. Die Lauftstrecke ist relativ hüglig, aber mir inzwischen gut bekannt und eigentlich waren ja so 4:30 min/km angepeilt und eigentlich auch drin, aber wenn der Wurm halt mal drin ist, will der Wurm auch nicht mehr raus. Ich bekomme deutlich zu wenig Luft, die linke Wade zwickt und mit einer Pace von 4:54 min/km auf 5 Kilometer kann ich auch nicht ein einziges erfreuliches Teilstück an diesem Sonntag verbuchen.Murks

Der erste Tweet fällt dementsprechend begeistert aus, aber das gehört
zum Sport halt auch dazu. Tage an denen es nicht läuft so wie
es laufen soll.

 

Analyse

 

Eine etwas nüchternere Analyse zeigt mir im Vergleich von 2012 zu 2013 relativ schnell und einfach die Gründe für diesen Totalausfall.   Also, was lerne ich daraus? Training hat schon seinen Sinn und wenn es mal nicht läuft, dann läufts halt nicht. Die Welt ist übrigens nicht untergegangen.

 

Ein herzlicher Dank an den MRRC e.V. für die gewohnt tolle Organisation und die tapferen Helfer, die wahrscheinlich mehr gefroren haben als ich.

 

 

 

3 Gedanken zu „11. Stadt-Triathlon München oder „shit happens““

  1. Hallo Ludwig,

    ein schöner Bericht, wenn auch kein so schöner Wettkampf. Aber zumindest haben wir den kalten Kampf aufgenommen und beendet, worauf wir alle stolz sein können. Nächstes Jahr wird es dann hoffentlich wieder anders sein.

    Viele Grüße

    Matthias

  2. Hallo Matthias,

    ja, kann nur besser werden nächstes Jahr. Mit Sonne und mehr Tempo 🙂

    Gruß
    Ludwig

  3. Hallo Ludwig,

    Pleiten, Pech und Pannen, könnte man denken. Aber wer dieses Martyrium an Naturgewalten durchgestanden hat, der ist bestimmt zu Höherem berufen … 🙂 Hut ab !!

    Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass wir uns erneut getroffen haben. Matthias und Heimo konnte ich ebenfalls noch begrüßen.

    Viele Dank auch für Deine netten Worte an die Helfer des MRRC (ca. 200), die am Sonntag über 8h im Einsatz waren (nicht gerechnet die Auf-/Abbauarbeiten davor/danach, plus die ganzen Planungen). Für solche Sportler mit soviel Sportsgeist, Enthusiasmus und Treue zur Veranstaltung machen der Verein und seine Mitglieder/Helfer das jedes Jahr gerne !

    Bis bald
    Frank

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